Kamberkrebs

Orconectes limosus LINNAEUS, 1758

Biologie

Der Kamberkrebs wurde um 1890 zu Besatzversuchen in Deutschland im Odergebiet eingeführt. Er sollte wie auch der galizische Sumpfkrebs die durch die KrebspestKrebspest Die Krebspest ist eine tödlich verlaufende Krankheit an Flusskrebsen, die durch das Einführung amerikanischer Flusskrebsarten um 1880 in Mitteleuropa eingeschleppt wurde. vernichteten Edelkrebsbestände ersetzen, da er selbst immun gegen die Krebspest ist.
Er stellt keine hohen Ansprüche an das Gewässer und besiedelt fast alle Gewässer bis auf die obere Forellenregion. Er bevorzugt oft schlammige Untergründe und verbirgt sich auch im Schlamm. Das Bauen eigener Höhlen ist bei dieser Krebsart bisher nicht beobachtet worden. Im Gegensatz zu den anderen Krebsarten geht er auch tagsüber auf Nahrungssuche. Seine Nahrung besteht aus kleinen Wirbellosen, frischem Aas und Pflanzen. Er kann große Bestände bilden und dann oft beträchtliche Schäden am Wasserpflanzenbestand anrichten.
Der Kamberkrebs ist immun gegen die Krebspest, trägt sie aber weiter und ist wegen seiner starken Ausbreitungstendenz ein großer Gefährdungsfaktor für unsere einheimischen Krebse.

Verbreitung / Gefährdung
Verbreitung in Europa

In Europa ist der Kamberkrebs nicht heimisch. Seine Wohngewässer liegen im Osten der USA.

Vorkommen in Deutschland:

Seit den ersten Besatzversuchen um 1890 breitet sich der Kamberkrebs kontinuierlich in Deutschland aus. Inzwischen besiedelt er fast alle größeren Flüsse Deutschlands.

Gefährdungsfaktoren:

Als nicht einheimische Art ist der Kamberkrebs nicht gefährdet, stellt jedoch als Überträger der Krebspest eher einen potentiellen Gefährdungsfaktor dar.

Schutz:

Der Schutz des nicht einheimischen Kamberkrebses ist nicht notwendig. Da er für die einheimischen Krebsarten eine Gefahr darstellt, muß seine weitere Ausbreitung möglichst unterbunden werden.

Fortpflanzung

Wie beim Edelkrebs findet die Paarung der Kamberkrebse im Spätherbst statt. Wenige Tage nach der Paarung findet dann die Eiablage statt. Die fast schwarzen Eier werden an die Afterfüße angeheftet. Die Eier sind von Schleim umhüllt. Dieser Schleim enthält ein Sekret, das die durch das Männchen bei der Paarung angehefteten Spermapakete anlöst und die Befruchtung der Eier stattfinden kann. Die Eier werden bis zum Schlüpfen der Larven im April – Mai mitgetragen. Während dieser Zeit lebt das Krebsweibchen sehr zurückgezogen.
Die jungen Krebse werden noch bis zu ihrer zweiten Häutung mit herumgetragen.

Anzahl Eier pro Weibchen: 200 – 400 Stück
Eigröße: 1,5 – 2,0 mm
Fortpflanzungszeit: Oktober – November
Geschlechtsreife: 2. Jahr
Bestimmung

Der höchstens 12 cm groß werdende Kamberkrebs wird maximal 7 Jahre alt. Er besitzt relativ kleine Scheren die an ihrem 5 Glied einen starken Dorn ausbilden. Auf der Innenseite unterhalb des Scherenfingergelenkes liegen ebenfalls Dornen. Kopf- und Rumpfpanzer sind glatt und haben nur seitlich an der Nackenfurche einige Dornen (grüner Pfeil). Wesentlichste Bestimmungsmerkmale sind das einzelne Augenleistenpaar (roter Pfeil) und die dunkel (oft dunkelrot bis dunkelbraun) hervorgesetzten Querbinden auf den Schwanzsegmenten (blauer Pfeil). Die Panzer ist hell- bis mittelbraun gefärbt.

Augenleisten: 1 Leistenpaar
Scheren: klein und schmal
Dornen: an Nackenfurche
Wachstum

Durchschnittwerte aus Literaturangaben

Literatur

Fische, Neunaugen und Flusskrebse in den Binnengewässern Deutschlands, Österreichs und der Schweiz