Galizischer Sumpfkrebs

Astacus leptodactylus LINNAEUS, 1758

Andere deutsche Namen:
Galizier, Galizischer Krebs, Stachelkrebs, Schmalscheriger Krebs, Sumpfkrebs, Teichkrebs

Biologie

Der galizische Sumpfkrebs ist die einzige europäische Krebsart, mit der Besatzversuche in Deutschland unternommen wurden, um die Edelkrebsausfälle durch die KrebspestKrebspest Die Krebspest ist eine tödlich verlaufende Krankheit an Flusskrebsen, die durch das Einführung amerikanischer Flusskrebsarten um 1880 in Mitteleuropa eingeschleppt wurde. auszugleichen.
Er bevorzugt vor allem stehende Gewässer mit steinigem oder schlammigem Grund. Fließende Gewässer werden seltener besiedelt. Sein Temperaturoptimum liegt im Sommer über 20° C. Der galizische Sumpfkrebs ist gegenüber Gewässerverschmutzung und dem Sauerstoffgehalt wesentlich toleranter als der Edelkrebs.
Er ist nicht ausgesprochen nachtaktiv sondern sucht seine Nahrung, Pflanzen, kleine Wirbellose oder frisches Aas, auch tagsüber.
Um sich zu verstecken gräbt er sich in den schlammigen Untergrund oder verbirgt sich in Höhlungen, die er auch selbst gräbt, wenn nicht genug Unterschlupfmöglichkeiten gegeben sind.

Verbreitung / Gefährdung
Verbreitung in Europa

Der galizische Sumpfkrebs kommt natürlicherweise nur im Osten Europas vor. Seine westliche Verbreitungsgrenze liegt ungefähr auf dem 25. Längengrad.

Vorkommen in Deutschland:

In Deutschland ist er durch Besatzversuche Anfang des 20. Jahrhunderts etabliert worden. Da er jedoch ebenso wie die anderen europäischen Krebsarten anfällig gegenüber der Krebspest ist, ist ihm eine weite Ausbreitung nicht gelungen. Einige Restpopulationen sind noch vorhanden.

Gefährdungsfaktoren:

Als nicht einheimische Art ist der galizische Sumpfkrebs nicht gefährdet.

Schutz:

Der Schutz des nicht einheimischen galizischen Sumpfkrebses ist nicht notwendig.

Fortpflanzung

Der galizische Sumpfkrebs ist reproduktiver als der Edelkrebs. Die eigentliche Paarung (siehe Edelkrebs) findet im Spätherbst statt. Die Eiablage folgt erst 3 – 5 Wochen später. Die Eier werden dann an die Afterfüße angeheftet. Sie sind von einem Schleim umgeben, der mit einem bestimmten Sekret die bei der Paarung durch das Männchen angehefteten Spermapakete anlöst und die eigentliche Befruchtung stattfinden kann. Die Eier werden von dem Weibchen bis in den Sommer des nächsten Jahres getragen. Die dann geschlüpften Larven werden bis zu ihrer zweiten Häutung mitgetragen.

Anzahl Eier pro Weibchen: 200 – 600 Stück
Eigröße: 1,5 – 2,0 mm
Fortpflanzungszeit: Oktober – November
Geschlechtsreife: 3. Jahr
Bestimmung

Charakteristisches Merkmal des galizischen Sumpfkrebses sind seine schlanken, langen Scheren, die ihn von allen anderen Krebsarten – auch den bisher eingeschleppten – deutlich unterschiedet. Sie sind nicht eingebuchtet und fein gekörnt.
Kopf- und Rumpfpanzer sind an den Seiten bedornt oder stark gekörnt, die beiden Augenleistenpaare sind deutlich ausgeprägt.
Die Färbung variiert von hellgelb bis gelbbraun und ist oft leicht marmoriert. Die Scherenunterseiten sind weißlich-graugelb.
Als Maximalgröße werden bis 20 cm erreicht.

Augenleisten: 2 Leistenpaare
Scheren: schlank, fein gekörnt
Dornen: auf Carapaxseiten
Wachstum
Literatur

Fische, Neunaugen und Flusskrebse in den Binnengewässern Deutschlands, Österreichs und der Schweiz