Giebel

Carassius auratus gibelio (BLOCH, 1783)

Andere deutsche Namen:
Silberkarausche

Verwechslungsmöglichkeiten: Karpfen, Karausche

Biologie

Die Lebensraumansprüche des Giebels gleichen weitgehend denen der Karausche, von der er früher oft nicht unterschieden wurde. Die äußerliche Ähnlichkeit und die Gemeinsamkeiten bei den Habitatansprüchen sollten jedoch nicht über die klaren systematischen Unterschiede hinwegtäuschen. Bemerkenswert ist beim Giebel die Fähigkeit zur GynogeneseGynogenese Die Entwicklung der Eizelle wird durch den Kontaktreiz eines Spermiums ausgelöst, ohne das dieses an der weiteren Entwicklung beteiligt ist.: die Weibchen können sich auch ohne artgleiche Männchen fortpflanzen. Der Giebel ernährt sich von allerlei Bodentieren, aber auch von Pflanzenteilen. Bei hohen Reproduktionsraten bilden sich oft verbuttete Bestände. Der Giebel ist die Stammform vieler Zuchtformen, u.a. von dem Goldfisch.

Verbreitung / Gefährdung
Verbreitung in Europa:

Ursprünglich zentral- bis ostasiatische Verbreitung. Ob die Art über teichwirtschaftlichen Austausch oder auf natürlichem Weg bis Europa vordrang ist nicht geklärt. Ebenso bestehen Kenntnislücken über die Verbreitung im europäischen und deutschen Raum.

Vorkommen in Deutschland:

Inzwischen ist der Giebel, wohl durch Beifisch bei Karpfen- und Karauschenbesatz, über ganz Deutschland zerstreut verbreitet worden.

Gefährdungsfaktoren:

Als nicht einheimische Art ist der Giebel nicht als gefährdet einzustufen.

Schutz:

Als nicht einheimische Art muss der Giebel nicht geschützt werden.

Fortpflanzung

Der Giebel ist als einzigster karpfenartiger Fisch zur Gynogenese fähig, was heißt, daß das Giebelweibchen sich ohne artgleiche Männchen fortpflanzen kann. Hierbei laichen die Weibchen gemeinsam mit artverwandten Fischen wie Brachsen, Karpfen oder Karauschen. Die Spermien dieser Fische befruchten die Eier zwar nicht, lösen jedoch die Embryonalentwicklung aus. Das Ei entwickelt sich dann auf normalem Wege zu einem Giebelweibchen. Wahrscheinlich bestehen aufgrund dieses Vorganges sämtliche Populationen in Deutschland nur aus Weibchen, zumindest ist bisher keine Population bekannt, die sich auf „normale“ Weise reproduziert. Bei der Eiablage wird kein bestimmtes Laichsubstrat bevorzugt, oft werden die Eier an den Ufergrund angeheftet.Die nur 5 mm großen Larven schlüpfen nach 2-4 Tagen.

Anzahl Eier pro Weibchen: bis 350.000
Eigröße: ca. 1,5 mm
Fortpflanzungszeit: April – Mai
Geschlechtsreife: 3. – 4. Jahr
TagesgradeTagesgrade Tagesgrade sind die Summen der Tageswassertemperaturen über die Entwicklungszeit von Fischeiern: 90
Bestimmung

Der Giebel hat einen gedrungenen, seitlich stark abgeflachten hochrückigen Körperbau. Der Körper ist silbrig gefärbt, oft zusätzlich leicht bronziert. Der Rand der langen Rückenflosse ist leicht aber deutlich nach innen gebogen. Von der Karausche unterscheidet er sich vor allem durch den höheren Rücken, seine hellere Färbung und durch sein dunkel pigmentiertes Bauchfell (zeigt sich erst nach dem Öffnen der Bauchhöhle).

Flossenstrahlen

Rückenflosse 18 – 23
Schwanzflosse 19
Brustflosse 15 – 16
Bauchflosse 7 – 9
Afterflosse
FettflosseFettflosse Flosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse keine

Anzahl Schuppen auf SeitenlinieSeitenlinie Das Seitenlinienorgan ist eines der Hauptsinnesorgane der Fische. Namensgebend ist die bei vielen Fischen als eine Aneinanderreihung von Poren (= Laterallinie) an den Körperlängsseiten erkennbare Linie.:    27-33 Schuppen

Schlundzahnformel:   4.-4.

Wachstum
Schuppe eines 37 cm langen Giebels
Literatur

Fische, Neunaugen und Flusskrebse in den Binnengewässern Deutschlands, Österreichs und der Schweiz