Finte

Alosa fallax (LACEPEDE, 1803)

Andere deutsche Namen:
Elben, Maifisch, Perpel

Biologie

Die Finte ist mit dem Maifisch eng verwandt und hält sich wie dieser in unseren Binnengewässern nur zur Fortpflanzung auf. Er wird gerne mit dem Maifisch verwechselt. Im Meer leben sie in Schwärmen in Küstennähe bis zu einer Tiefe von 100 m und ernähren sich vorzugsweise von tierischem PlanktonPlankton Im Wasser schwebende Kleinstlebewesen. Große Exemplare können auch räuberisch werden und sich von kleinen Fischen ernähren. Im allgemeinen bleibt die Finte kleiner als der Maifisch und erreicht eine Größe von maximal 55 cm.

Verbreitung / Gefährdung
Verbreitung in Europa:

An der gesamten Nordküste des Mittelmeeres, an der Atlantikküste bis Mittelnorwegen und in der Ostsee bis zum finnischen Meerbusen.

Vorkommen in Deutschland:

Früher wanderte er in Massen die zur Nord- und Ostsee entwässernden Flüsse hinauf, im Rhein sogar bis Basel, in der Elbe bis nach Böhmen. Nachdem er verschollen war, tritt er heute in Einzelexemplaren wieder auf.

Gefährdungsfaktoren:

Auslöser des starken Rückgangs der Laichbestände der Finten war die starke Überfischung auch in Küstennähe Ende des 19. Jahrhunderts. Ein Erholen der Bestände wurde insbesondere durch den Ausbau und die Kanalisierung und der Verschmutzung der Ströme und ihrer Nebengewässer unmöglich gemacht.

Schutz:

Die Durchgängigkeit der Gewässer ist ein wesentliche Schutzziel. Genauso sollten jedoch auch geeignete Laichsubstrate zur Verfügung stehen.

Fortpflanzung

Die Finten treten ihre Laichwanderungen etwas später an als die Maifische. Ein Großteil der Finten laicht noch im Brackwasser bzw. in den Flußunterläufen ab. Der andere Teil wandert weiter die Flüsse hinauf, in der Regel jedoch nicht so weit wie die Maifische. Ihr Anspruch gegenüber dem Laichhabitat ist nicht so hoch, bevorzugt werden tiefere, nicht zu stark überströmte Kies- und Schotterbänke. Die Eier werden ins freie Wasser abgegeben und durch die Strömung in die Lücken des Untergrundes eingeschwemmt. Je nach Wassertemperatur entwickeln sich die Eier innerhalb von 2 – 8 Tagen. Ins Meer wandern sie im darauffolgenden Herbst ab.

Anzahl Eier pro Weibchen: 100.000 – 200.000
Eigröße: 1,4 – 1,8 mm
Fortpflanzungszeit: Juni- Juli
Geschlechtsreife: 2. – 3. Jahr
Bestimmung

Ähnlich wie der Maifisch hat die Finte eine silbrig-graue Grundfarbe, oft mit einem Goldschimmer und zum Rücken hin dunkler. Hinter dem Kiemendeckel ein dunkler Fleck. Dahinter können vier bis acht weitere verwaschene Flecken hintereinander gereiht sein. Das Auge ist mit unbeweglichen Fettlidern abgedeckt. Die Schuppen auf der Bauchunterseite sind deutlich gekielt. Vor der Bauchflosse 19 – 20 Kielschuppen, hinter ihr 15 – 16. Eine SeitenlinieSeitenlinie Das Seitenlinienorgan ist eines der Hauptsinnesorgane der Fische. Namensgebend ist die bei vielen Fischen als eine Aneinanderreihung von Poren (= Laterallinie) an den Körperlängsseiten erkennbare Linie. ist äußerlich nicht sichtbar, keine typischen Seitenlinienschuppen. Eindeutiges Unterscheidungsmerkmal zum Maifisch sind die Reusendornen der Kiem

Flossenstrahlen:

Rückenflosse 18-20
Schwanzflosse
Brustflosse 15-16
Bauchflosse 9
Afterflosse 20-27
FettflosseFettflosse Flosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse keine

Anzahl Schuppen auf Seitenlinie:   55-65 Schuppen, Linie nicht sichtbar

Kiemenreusendornen:  40-65

Literatur

Fische, Neunaugen und Flusskrebse in den Binnengewässern Deutschlands, Österreichs und der Schweiz