Maifisch

Alosa alosa (LINNAEUS, 1758)

Andere deutsche Namen:
Alse

Biologie

Der mit dem atlantischen Hering verwandte Maifisch lebt an den mittel- und südeuropäischen Atlantikküsten und zieht zur Fortpflanzung in die Ströme auf. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts fand er sich im Frühjahr in den Strömen und den Nebenflüssen ein und wurde dort in großen Mengen gefangen. Trotz der vielen Gräten war es ein geschätzter Speisefisch. Anfang des 20. Jahrhunderts gingen die Laichbestände immer weiter zurück, schließlich war der Maifisch in seinen ursprünglichen Laichgewässern gänzlich verschollen. Im Atlantik tritt der Maifisch in großen Schwärmen auf. Er ernährt sich im wesentlichen von ZooplanktonZooplankton Im Wasser schwebende tierische Kleinstlebewesen.

Verbreitung / Gefährdung
Verbreitung in Europa:

Das Verbreitungsgebiet des Maifisches ist die westeuropäische Küste von Nordnorwegen bis Spanien und das westliche Mittelmeer

Vorkommen in Deutschland:

In Deutschland wanderte er zur Fortpflanzung in fast alle zum Atlantik hin entwässernde Flüsse und Ströme ein. Nachdem er bis ca. 1980 als vollständig verschollen galt, finden sich im Oberrhein jedes Jahr wenige Exemplare ein.

Gefährdungsfaktoren:

Auslöser des starken Rückgangs der Laichbestände der Maifische war die starke Überfischung Ende des 19. Jahrhunderts. Ein Erholen der Bestände wurde insbesondere durch den Ausbau und die Kanalisierung und der Verschmutzung der Ströme und ihrer Nebengewässer unmöglich gemacht.

Schutz:

Die Durchgängigkeit der Gewässer ist ein wesentliche Schutzziel. Genauso sollten jedoch auch geeignete Laichsubstrate zur Verfügung stehen.

Fortpflanzung

Im Frühjahr ziehen die Maifische in die Oberläufe der Ströme und ihrer Nebenflüsse auf. Kiesige bis grobkiesige, flache und stark überströmte Bereiche werden als Laichplätze bevorzugt. Hier laichen die Maifische nachts unter regem Laichspiel ab. Der Großteil der Elterntiere wird durch den Laichvorgang so geschwächt, das sie diesen nicht überleben – nur ein kleiner Teil wandert ins Meer zurück. Die Eier werden im Freiwasser abgegeben und werden durch die Strömung in den groben Untergrund eingeschwemmt. Hier entwickeln sie sich relativ schnell in 3-4 Tagen. Die Jungfische wachsen schnell und wandern in der Zeit von August bis Oktober mit einer Größe von 8 – 12 cm ins Meer ab.

Anzahl Eier pro Weibchen: 100.000 – 200.000
Eigröße: 1,5 – 1,8 mm
Fortpflanzungszeit: April – Juni
Geschlechtsreife: 3. Jahr
Bestimmung

Der Maifisch kann eine Größe bis zu 80 cm erreichen. Die Grundfarbe ist silbrig grau, oft mit einem Goldschimmer und zum Rücken hin dunkler. Hinter dem Kiemendeckel ein dunkler Fleck, der in seltenen Fällen jedoch auch fehlen kann. Dahinter können noch 1 – 2 weitere verwaschene Flecken liegen. Das Auge ist mit unbeweglichen Fettlidern abgedeckt. Die Schuppen auf der Bauchunterseite sind deutlich gekielt. Vor der Bauchflosse 19 – 20 Kielschuppen, hinter ihr 15 – 16. Eine SeitenlinieSeitenlinie Das Seitenlinienorgan ist eines der Hauptsinnesorgane der Fische. Namensgebend ist die bei vielen Fischen als eine Aneinanderreihung von Poren (= Laterallinie) an den Körperlängsseiten erkennbare Linie. ist äußerlich nicht sichtbar, keine typischen Seitenlinienschuppen.

Flossenstrahlen:

Rückenflosse 17 – 22
Schwanzflosse
Brustflosse 14 – 16
Bauchflosse 8 – 9
Afterflosse 20 – 27
FettflosseFettflosse Flosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse keine

Anzahl Schuppen auf Seitenlinie:   70-86 Schuppen, Linie nicht sichtbar

Kiemenreusendornen:  80-130

Literatur

Fische, Neunaugen und Flusskrebse in den Binnengewässern Deutschlands, Österreichs und der Schweiz