Streber

Zingel streber (SIEBOLD, 1863)

Andere deutsche Namen:
Erdest, Pfeiferl, Reppfäsch, Spindelfisch, Streukatze, Strichzagel, Zagel, Zindel, Zink, Zint

Biologie

Wie Schrätzer und Zingel ist der Streber auf das mitteleuropäische Donaugebiet beschränkt. Hier bewohnt er fließende Gewässer der Äschen- und Barbenregion. Klares, sauerstoffreiches Wasser sowie ein sauberer Kiesgrund sind für ihn lebensnotwendig. Bevorzugt hält er sich in tieferen, stark durchströmten Gumpen am Grunde auf. Mit seiner rückgebildeten Schwimmblase ist er ein typischer Grundfisch. Er kann Brust- und Bauchflossen so gegeneinander ausrichten, daß zwischen Körper und Untergrund bei starker Strömung ein Unterdruck entsteht. Durch diese Eigenschaft ist der Streber selbst bei stärkster Strömung in der Lage, sich auf glattem Untergrund zu halten. Der Streber ernährt sich fast ausschließlich von Organismen, die vom Wasser herangetrieben werden. Seine unabhängig voneinander beweglichen Augen und seitwärts beweglicher Kopf ermöglichen ihm das schnelle Sichten und Erfassen der Futtertiere.

Verbreitung / Gefährdung
Verbreitung in Europa:

Das Vorkommen des Strebers ist auf das obere Einzugsgebiet der Donau beschränkt.

Vorkommen in Deutschland:

In Deutschland kommt der Streber in Baden-Württemberg und Bayern in der Donau und ihren größeren Nebengewässern vor. Er ist jedoch hier auf nur wenige Restpopulationen zurückgedrängt und ist als vom Aussterben bedroht eingestuft.

Gefährdungsfaktoren:

Die Gewässerverschmutzung und die mit Verbauung und Anstauung der Gewässer verbundene Verschlammung haben dem Streber notwendige Lebens- und Fortpflanzungsräume entzogen. Durch die für die Stromgewinnung notwendigen Anstauungen verliert ein Fluß auf große Strecken seinen Fließwassercharakter. Restwasserstrecken haben in der Regel zu wenig Wasser um für den Streber noch attraktiv zu sein. Zu hohe Raubfischbestände, insbesondere des Aales, sind ebenfalls für den starken Rückgang des Strebers verantwortlich.

Schutz:

Der Fließwassercharakter seiner Wohngewässer muss erhalten bleiben. Insbesondere noch bestehende Fließwasserstrecken müssen als solche bestehen bleiben und, wenn verbaut, wieder in einen naturnahen Zustand gebracht werden. Der Besatz insbesondere von Aalen sollte im Lebensraum des Strebers eingestellt werden.

Fortpflanzung

Zur Fortpflanzungszeit wird die Färbung des Strömers viel kontrastreicher und bildet einen smaragdgrünen Bronzeglanz. Die Tiere finden sich auf überströmten, flachen Kiesbänken, wo dann auch die Laichablage stattfindet. Die transparenten Eier haften am kiesigen Untergrund fest. Die Larven schlüpfen bei 8° C Wassertemperatur nach ca. 21 Tagen und richten sich gleich schwimmend gegen die Strömung. Die Larven und Jungfische halten sich an weniger stark strömenden Uferbereichen auf.

Anzahl Eier pro Weibchen: 400 – 600
Eigröße: 2 mm
Fortpflanzungszeit: März – Mai
Geschlechtsreife: 2. Jahr
TagesgradeTagesgrade Tagesgrade sind die Summen der Tageswassertemperaturen über die Entwicklungszeit von Fischeiern: 175
Bestimmung

Der Körper des Strebers ist schlank und spindelförmig. Das Maul ist unterständig. Der Kiemendeckel endet in einem Dorn. Von dem mit ihm oft verwechselten Zingel unterscheidet er sich vor allem durch den schlankeren Körperbau und die fehlenden Schuppen am Vorderbauch. Ansonsten ist der Körper , ebenso Kiemdeckel und Wangen, mit Kammschuppen bedeckt. Die Grundfärbung ist ein gelbliches graubraun bis braun. Über die Seiten ziehen sich vom Rücken her 4-5 schwarzbraune Querbinden. Die Flossen sind ungefleckt und graugelb.

Flossenstrahlen:

Rückenflosse 1: VII – IX; 2: I – II / 11 – 13
Schwanzflosse 17
Brustflosse 14
Bauchflosse I / 5
Afterflosse I / 10 – 12
FettflosseFettflosse Flosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse keine

Anzahl Schuppen auf SeitenlinieSeitenlinie Das Seitenlinienorgan ist eines der Hauptsinnesorgane der Fische. Namensgebend ist die bei vielen Fischen als eine Aneinanderreihung von Poren (= Laterallinie) an den Körperlängsseiten erkennbare Linie.:   70-81 Schuppen

Wachstum
Literatur

Fische, Neunaugen und Flusskrebse in den Binnengewässern Deutschlands, Österreichs und der Schweiz