Strömer

Leuciscus souffia agassizi RISSO, 1826

Andere deutsche Namen:
Laube, Rißling, Lauge, Schneider, Ischer, Grieslaugele, Budd, Ryserle, Ärzeli, Zizer

Biologie

Der Strömer besiedelt vor allem Gewässer der Äschenregion. Hier hält er sich, oft mit dem Schneider in Schwärmen vergesellschaftet, vorwiegend in durchströmten Gumpen auf. Unstrukturierte Gewässerabschnitte werden gemieden. Als Nahrung überwiegen Insektenlarven, im geringen Maße werden aber auch Kleinkrebse und Mollusken aufgenommen. Der Strömer wird gerne mit dem Hasel verwechselt.

Verbreitung / Gefährdung
Verbreitung in Europa:

Die oberen Einzugsgebiete der Donau, des Rheins und der Rhône.

Vorkommen in Deutschland:

In Deutschland begrenzt sich das Vorkommen des Strömers auf das Einzugsgebiet des Hochrheins und des Neckars in Baden-Württemberg. Stabile Populationen zeigen sich jedoch nur in den nordöstlichen Zuflüssen des Bodensees. Wenige Fundorte sind aus dem Einzugsbereichs des Neckars bekannt. Der Strömer ist akut vom Aussterben bedroht.

Gefährdungsfaktoren:

Durch Monotonisierung und Zerschneidung seiner Wohngewässer ist der Strömer im erheblichen Maße in nur wenige Restbestände zurückgedrängt worden.

Schutz:

Grundvoraussetzung für den Schutz des Strömers sind die Erhaltung und die Wiederschaffung schnellfließender und reich strukturierter großer Bäche und kleiner Flüsse. So sollte die Wiederbesiedelung bisher abgeschnittener Gewässerbereiche durch die Restpopulationen ermöglicht werden.

Fortpflanzung
Strömerlarve

Strömer nutzen bewuchsfreie Kiesbänke in flachen, schnellfließenden Gewässerabschnitten als Laichsubstrat. Die Männchen weisen in der Laichzeit einen punktförmigen Laichausschlag am Kopf auf. Die relativ großen, wenig transparenten Eier werden bei Temperaturen um die 12° C über kiesigem Grund abgelegt, wo sie bis zum Schlupf der Larven ankleben. Die frisch geschlüpften Larven können schon sehr aktiv sein, verbergen sich aber im Lückensystem des Gewässergrundes bis sie ihren Dottersack aufgezehrt haben.

Anzahl Eier pro Weibchen: bis 6.000
Eigröße: 2,3 mm
Fortpflanzungszeit: April – Juni
Geschlechtsreife: 2. Jahr
TagesgradeTagesgrade Tagesgrade sind die Summen der Tageswassertemperaturen über die Entwicklungszeit von Fischeiern: 170
Bestimmung

Der Strömer besitzt einen fast spindelförmigen, an den Seiten nur wenig abgeflachten langgestreckten Körper mit einem unterständigen Maul. Der Rücken ist grünlich-grau gefärbt und weist ein metallischen Glänzen auf. An der Seite von den Kiemendeckeln bis zur Schwanzflosse zieht sich ein dunkler gefärbtes Band. In der Laichzeit sind Mund, Flossenansätze und SeitenlinieSeitenlinie Das Seitenlinienorgan ist eines der Hauptsinnesorgane der Fische. Namensgebend ist die bei vielen Fischen als eine Aneinanderreihung von Poren (= Laterallinie) an den Körperlängsseiten erkennbare Linie. in einem leuchtenden Orange gefärbt. Er wird gerne mit dem Hasel verwechselt.

Flossenstrahlen

Rückenflosse 10 – 11
Schwanzflosse 19
Brustflosse 14 – 15
Bauchflosse 10
Afterflosse 10 – 13
FettflosseFettflosse Flosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse keine

Anzahl Schuppen auf Seitenlinie:   37 – 40 Schuppen

Schlundzahnformel: 2.5-5(4).2

Wachstum
Literatur

Fische, Neunaugen und Flusskrebse in den Binnengewässern Deutschlands, Österreichs und der Schweiz