Das Flußneunauge ist ein anadromer Wanderer, was heißt, das die adulten Flußneunaugen zum Laichen aus dem Meer ins Süßwasser bis in die starkströmenden Regionen der Oberläufe und Bäche aufsteigen. Im Meer ernähren sich die Flußneunaugen von Fischen, an die sie sich mit ihrem Saugmaul anheften. Mit der bezahnten Zunge wird das Muskelfleisch des Fisches regelrecht abgeraspelt. Ein von Drüsen in der Mundhöhle gebildetes Sekret verhindert die Gerinnung des Blutes.
Der Name Neunauge geht auf eine falsche historische Beschreibung zurück, wonach der Beobachter neben dem eigentlichen Auge auch die Nasenöffnung und die sieben Kiemenspalten als Augen ansah.
Verbreitung in Europa:
Das Flußneunauge kommt in europäischen Flüssen und deren Mündungsgebieten vor. Es fehlt in Mittel- und Nordnorwegen, im Norden Finnlands und Schottlands. Es kommt nicht im Gebiet des östlichen Mittelmeerraumes und des Schwarzen Meers vor. Wahrscheinlich ist es auch im Donaueinzugsgebiet fehlend.
Vorkommen in Deutschland:
Mit Ausnahme des Donaueinzugsgebietes kommt es im gesamten Gebiet der Bundesrepublik Deutschland vor. Aufgrund vielerlei Gefährdungsfaktoren, die insbesondere die anadromen Wanderer trafen, ist auch das Flußneunauge in seinen Beständen stark dezimiert worden. In Deutschland wird es als stark gefährdet eingestuft.
Gefährdungsfaktoren:
Als anadromer Wanderer, d.h. das Flußneunauge wandert zur Fortpflanzung aus dem Meer die Flüsse bergauf, ist es durch die unüberwindbaren Querbauwerke von seinen Laichgewässern abgeschnitten. Die ursprünglichen Laichgewässer selbst sind durch Gewässerverschmutzung und Gewässerverbau so verändert, daß sie nur noch in sehr bescheidenem Maße Möglichkeiten zum Ablaichen geben.
Schutz:
Vorrangig sollte der Schutz und die Renaturalisierung geeigneter Gewässerabschnitte voran getrieben werden. Erst dann hat die Herstellung durchwanderbarer Querbauhindernissen auch wirklich einen Sinn.
Nach dem Aufwandern in die Laichflüsse machen die Flußneunaugen erst eine Winterruhe durch. Im März bis Mai laichen sie dann bei Wassertemperaturen ab 9° C in kleinen Gruppen ab. Wie das Bachneunauge schlagen auch die Flußneunaugen Laichlöcher. Die Elterntiere sterben nach dem Laichen ab. Die nach einigen Wochen geschlüpften Querder leben 3 bis 4 Jahre im Feinsediment der Laichgewässer. In Herbst und Frühjahr des letzten Jahres wandeln sich die Querder zum adulten Tier um und wandern zum Meer ab.
Anzahl Eier pro Weibchen: bis 2.000
Eigröße: bis 1,0 mm
Fortpflanzungszeit: März - Mai
Geschlechtsreife: 5. Jahr
Tagesgrade: 125
Maxillarplatte mit weit getrennten Zahnspitzen, die Mundscheibe mit nur einer inneren Zahnreihe. Die beiden Rückenflossen sind deutlich getrennt. Rücken wie die Seiten graugrün bis dunkelblau, der Bauch ist weißlich gefärbt.
Flossenstrahlen:
Rückenflosse: ohne Flossenstrahlen
Schwanzflosse: Schwanzfl. verbunden
Brustflosse: keine Brustflosse
Bauchflosse: keine Bauchflosse
Afterflosse: Afterflosse mit
Fettflosse: keine
Anzahl Schuppen auf Seitenlinie: keine Seitenlinie