Das Felchen der alpinen und voralpinen Seen in Bayern und im Bodensee und der großen Seen Norddeutschlands ist lokal wirtschaftlich von Bedeutung. Es ist im Gegensatz zu der Wanderform des Ost- und Nordseeeinzugsgebietes eine Form, die keine Laichwanderungen unternimmt. Die Fische halten sich in großen Schwärmen zusammen und durchstreifen das Freiwasser der Seen. Als Nahrung dient ausschließlich Zooplankton.
Verbreitung in Europa:
Als Wanderform im Einzugsgebiet der Ost- und Nordsee sowie des Nördlichen Eismeeres.
In Seen Osteuropas, dem Norden Mitteleuropas und des nördlichen Voralpengebietes als stationäre Form.
Vorkommen in Deutschland:
In Deutschland kommt das Felchen in großen alpinen und voralpinen Seen und großen norddeutschen Seen vor. Der Fisch wird aufgrund seiner wirtschaftlichen Bedeutung in den Alpenseen durch künstliche Erbrütung und Besatz stark gestützt.
Gefährdungsfaktoren:
Durch den Eintrag zuvieler Nährstoffe sind viele Seen eutrophiert. Dadurch verschlammt der ansonsten kiesige Seegrund und die Eier können sich auf dem sauerstoffarmen, schlammigen Grund nicht entwickeln.
Da Felchen eine formenreiche Familie sind und die Formen äußerlich nur sehr schwer zu unterscheiden sind, kann es beim Besatz mit aus anderen Gewässern stammenden Felchen zu unerwünschten genetischen Vermischungen kommen.
Schutz:
Der Eintrag von belastenden Stoffen ist zu unterbinden. Der Besatz mit nicht aus dem zu besetztenden Gewässer stammenden Felchen sollte unterbleiben.
Die Felchen laichen im Winter im tieferen Uferbereich ab. Einige Formen (z.B. das Blaufelchen im Bodensee) laichen in den oberen Schichten des Freiwassers ab. Die befruchteten Eier sinken langsam auf den Gewässergrund. Innerhalb von ca. 100 Tagen entwickeln sich die Larven, schlüpfen also im Frühjahr, wenn wieder ausreichend Zooplankton zur Verfügung steht.
Die wandernden Formen der Nord- und Ostsee unternehmen bis zu 500 km lange Wanderungen, um ihre Laichgebiete in den Flußoberläufen zu erreichen. Hier laichen sie auf dem Kiesgrund ab.
Anzahl Eier pro Weibchen: bis 50.000
Eigröße: 2,2 - 3,2 mm
Fortpflanzungszeit: November - Januar
Geschlechtsreife: 2.-3. Jahr
Tagesgrade: 300
Das Felchen hat einen blaugrünen Rücken, silberne Seiten und einen fast weißen Bauch. Wie alle Felchenartige (Coregonen) besitzt das Felchen eine Fettflosse. Das Maul ist leicht unterständig. Von den anderen Coregonen-Arten kann es eigentlich nur durch die Anzahl der Kiemenreusendornen, die bei 30-38 liegt, eindeutig unterschieden werden.
Flossenstrahlen:
Rückenflosse: 11-15
Schwanzflosse: 19
Brustflosse: 16-18
Bauchflosse: 10-13
Afterflosse: 13-17
Fettflosse: vorhanden
Anzahl Schuppen auf Seitenlinie: 80-110 Schuppen