Die Elritze gilt als außerordentlich anpassungsfähig und dringt so auch in Brackwasserbereiche der Ostsee vor. Bevorzugt kommt sie in klaren, sauerstoffreichen Bächen der Forellenregion vor. Jedoch wird die Elritze auch in den Uferbereichen von Flüssen und Strömen und auch recht häufig in sommerkühlen Seen gefunden. Ihre Bestandsdichte ist weniger durch eine hohe Gewässerbelastung als durch hohe Bestandsdichten von Raubfischen (Forelle, Bachsaibling oder Aal) beeinflußt. Durch oft falsche Besatzmaßnahmen überalterte Raubfischpopulationen können Elritzenbestände lokal vollständig auslöschen.
Als Nahrung dienen kleine Wirbellose wie Insektenlarven und Kleinkrebse, die von der Gewässeroberfläche und auch vom Grund aufgenommen werden.
Die Elritze besitzt ein gutes Geruchs- und Hörvermögen.
Verbreitung in Europa:
Die Elritze kommt in ganz Europa, mit Ausnahme der iberischen Halbinsel, dem Italienischen Stiefel, Griechenland, Schottland und dem Norden von Norwegen vor.
Vorkommen in Deutschland:
Vor allem durch die Gewässerverunreinigung ist die Elritze in ganz Deutschland in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen und wurde auf abgeschnittene Restpopulation zurückgedrängt. Wohl auch aufgrund der Reinhaltungsmaßnahmen der letzten Jahre scheinen sich die Elritzenbestände langsam zu erholen.
Gefährdungsfaktoren:
Ursprünglich durch die Gewässerverschmutzung dezimiert und auf abgegrenzte Restpopulationen zurückgedrängt, verhindern oft unüberwindbare Querbauwerke die Wiederbesiedlung der inzwischen nicht mehr so belasteten Gewässer. Ebenso kann durch Besatz mit Raubfischen wie Aale oder Regenbogenforellen eine Population beeinträchtigt, wenn nicht sogar vernichtet werden.
Schutz:
Weitere Reduzierung von landwirtschaftlichen Einträgen in Gewässer und Reinhaltemaßnahmen sind weiter fortzuführen.
Wichtig ist jedoch auch die Herstellung der Durchgängigkeit der Gewässer um die Wiederbesiedlung anderer Gewässerteile zu ermöglichen. Besätze mit Raubfischen sollten überdacht werden.
Die im dritten Jahr geschlechtsreif werdenden Fische laichen in großen Schwärmen an flachen Stellen mit kiesigem Grund. Bietet das Wohngewässer keine entsprechenden Laichmöglichkeiten, werden stromaufwärts gerichtete Laichwanderungen unternommen. Die klebenden Eier werden schon ab einer Wassertemperatur von 12 °C auf Pflanzenbeständen oder dem Grund abgelegt.
Anzahl Eier pro Weibchen: bis 4.500
Eigröße: 1,3 - 1,5 mm
Fortpflanzungszeit: April - Juni
Geschlechtsreife: 2.-3. Jahr
Tagesgrade: 82
Langgestreckter, walzenförmiger Körper. Der Rücken ist dunkel(braun)grün, die Seiten sind heller. Der Bauch ist weißlich. Vom Rücken her reichen bis zur Seitenmitte dunkle Sattelflecke. Zur Laichzeit färben sich die Männchen wesentlich kontrastreicher durch ein auffallend grünes Seitenband, rote Flossenansätze und Unterseite. Ebenso bildet sich vor allem am Kopf ein deutlicher Laichausschlag.
Flossenstrahlen:
Rückenflosse: 9-10
Schwanzflosse: 19
Brustflosse: 16
Bauchflosse: 10
Afterflosse: 9-10
Fettflosse: keine
Anzahl Schuppen auf Seitenlinie: 75-90 Schuppen
Schlundzahnformel: 2.5-5(4).2